Nonna Antonina – eine Tomate als Vermächtnis
Die Tomate Nonna Antonina ist eine überlieferte Familiensorte aus Volvera, einer kleinen Ortschaft im piemontesischen Umland von Turin. Ihren Namen trägt sie nach Antonina, der Großmutter, die diese Tomate über Jahrzehnte hinweg im eigenen Garten kultivierte und bewahrte. Nicht mit dem Ziel der Verbreitung oder Vermarktung, sondern als selbstverständlichen Teil familiärer Gartenpraxis.
Antonina gewann ihr Saatgut jedes Jahr aus den eigenen Früchten. Die Samen wurden nicht gehandelt, sondern innerhalb der Familie und im engen persönlichen Umfeld weitergegeben. Auf diese Weise entstand eine samenfeste Linie, die eng mit einer Person, einem Ort und einer bestimmten Haltung zum Gärtnern verbunden blieb. Sortenerhalt bedeutete hier Verantwortung und Kontinuität, nicht Verfügbarkeit.
Dieser Ursprung prägt bis heute den Umgang mit der Nonna Antonina. Der ausdrückliche Wunsch der Familie ist, dass weder die Tomate noch ihr Saatgut verkauft werden. Die Samen sollen ausschließlich kostenlos weitergegeben werden – als Fortführung der ursprünglichen Idee, dass Pflanzen Teil gemeinschaftlicher Kultur sind und keine Handelsware. Aus Respekt vor diesem Vermächtnis wird die Sorte bei Tomatentoni nicht zum Kauf angeboten.
Die Pflanzen wachsen normalblättrig, dicht belaubt und schlank aufrecht. Ihr Wuchs ist kräftig und erreicht Höhen um zwei Meter. Von der Befruchtung bis zur Erntereife vergehen etwa 65 Tage. Die Früchte sind plattrund, rot und an den Schultern leicht gerippt. Sie zählen zu den großfrüchtigen Fleischtomaten mit weichem, saftigem und mehrkammerigem Fruchtfleisch sowie einer dünnen Haut.
Geschmacklich zeigt sich die Nonna Antonina ausgewogen mit einer deutlichen Süße und einer milden Säure. Ihr eigentlicher Wert liegt jedoch weniger im sensorischen Profil als in dem, wofür sie steht: für eine Tomate, die nicht gehandelt wird, sondern weiterlebt – durch Weitergabe, Erinnerung und den respektvollen Umgang mit dem Wissen früherer Generationen.




